Weinherbst: Jahrgangstagebuch 2017

Der Herbst ist da: Und das viel schneller als erwartet! Mit ihm und zwei Wochen früher als üblich, starteten wir am 12. September in die Weinlese 2017. Und eines können wir jetzt schon verraten: Dank dieses heißen Sommers, verspricht die Ernte einen sehr guten Jahrgang!

Rückblick: Das Jahr aus der Sicht der Weinreben

Klirrend kalt starteten wir in das Weinjahr 2017: Der ganze Jänner war durch und durch gefroren. Es gab keinen einzigen Tag über 0 Grad bei uns in Neudegg. Dementsprechend lange und schleppend hatte das Auftauen des Bodens im Februar gedauert: Dafür gab es keinen Schnee mehr.

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Foto: Winterliche Natur am Wagram 

Mit 1. März (Aschermittwoch) war der Winter aber Schnee von gestern: Der Frühling hat den Sommer 2017 bereits eingeleitet, denn er präsentierte sich von seiner heißesten Seite! Im Durchschnitt war heuer sogar einer der heißesten Märze seit Beginn der Aufzeichnung.

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Foto: Unsere beiden (Oster)Schafe Bibi und Tina

Jungreben Hochbund

Im Frühjahr wurden auch unsere neuen Weinstöcke hochgebunden. Das bedeutet vor allem viel Bodenarbeit, die sehr anstrengend ist und den Rücken stark belastet. Gott sei Dank beschränkt sich diese Arbeit aber nur auf das erste Jahr der Jungreben. Danach wachsen sie von alleine hoch. :-)

Weintraubenblüte schon Mitte April

Nicht schlecht staunten wir, als die Weinblüte heuer wieder zwei Wochen früher als üblich begann. Umso mehr bangten wir vor der bevorstehenden Hagel Saison. Denn auch letztes Jahr haben die Weintrauben zu früh zu blühen begonnen und der Hagel weiten Teilen der Region die Freude genommen. Doch obwohl es um den 21. April herum wieder zu Frost kam, blieben Unwetter und größere Schäden im Tullnerfeld aus. Ein gutes Zeichen für einen ausgezeichneten Wein...

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Foto: Gemischter Satz Carmen mit Schmetterling

Hot, hotter, Sommer 2017

Im Mai starteten wir dann auch schon in die erste Hitzewelle: Und es folgten noch fünf weitere diesen Sommer. Es war überdurchschnittlich warm. Es gab überdurchschnittlich wenig Regen und alles war sehr, sehr trocken.

Die Trockenheit ist vor allem für unsere älteren Reben kein Problem, denn sie wurzeln sehr tief und holen sich ihre Wasservorräte aus dem Grundwasser unseres tiefgründigen Lössbodens. Im Gegenteil, die Hitze führt zu einer schnellen Reifung der Trauben und verspricht hohe Zuckerwerte, die sich in einem sensationellen Wein Jahrgang widerspiegeln.

Hingegen machte das Wetter den jüngeren Reben und der Landwirtschaft ganz schön zu schaffen: 46 Hitzetage wurden 2017 verzeichnet. Damit unsere jüngeren Weingärten dieser Hitze standhielten, mussten wir sie sparsam mit Wasser versorgen. Das ist in der Landwirtschaft, bei Weizen-, Mais-, Klee-, Hirse- und Erbsenfeldern, natürlich nicht möglich und so litten unsere Äcker heuer ganz besonders. Hier müssen wir wohl mit einer geringen Ernte rechnen...

Wein: Lesen im September und Oktober 

Schlagartig nistete sich mit 1. September der Herbst bei uns ein: Vom schönen Sommer 2017 war zumindest die ersten beiden September-Wochen nichts mehr zu sehen - oder spüren. Es wurde schnell kühler, regnerisch und richtig herbstlich. Nach diesem Turbo-Sommer aber einfach auch mal sehr angenehm…

So starteten wir am 12. September in die Weinlese 2017: Und heuer mit den Trauben des Cabernet Blanc. Danach folgten die Trauben des Grünen Veltliners. Hier werden zuerst die Trauben des GV Riesmein gelesen. Es sind die reifsten und süßesten Trauben, die einen starken Wein versprechen. In einem zweiten Durchlauf werden die Trauben des GV Wadenthal selektioniert und im Anschluss die des Groovy’s.

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Foto: Vollreife Trauben zur Weinlese

Auch unsere Zweigelt Trauben werden in mehreren Ernte-Durchgängen gelesen, wodurch die verschiedenen und einzigartigen Geschmäcker zustande kommen: Die ersten sind die Trauben unseres klassischen Blauen Zweigelts. Während die übrigen Trauben noch nach Reifen, süßer und somit kräftiger werden, werden die des Zweigelt Ariston zwei Wochen später gelesen.

Jungfernlese GV Wadenthal am Haberg

Außerdem hatten wir heuer eine ganz besondere Lese: Die Jungfernlese unseres Grünen Veltliners in der Riede Wadenthal am Haberg. Die Jungfernlese ist die erste Weinlese des Weingartens nach der Anpflanzung des Rebstocks. Aus Qualitäts-Gründen wird erst drei bis fünf Jahre nach der Pflanzung die ersten Weintrauben geerntet - und das war heuer der Fall. Wunderschön war es früh am Morgen und beeindruckend waren auch die Messwerte des Zuckergehalts von 20KMW.

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Foto: Jungfernlese unseres Grünen Veltliners in der Riede Wadenthal am Haberg.

Fazit: Das verspricht der Wein Jahrgang 2017

Wir wollen uns nicht zu früh freuen, denn die Weinlese dauert noch mindestens bis Mitte Oktober und das Wetter kann uns immer noch einen Strich durch die Rechnung machen. Den größten Schaden würde nämlich zu viel Regen verursachen, da die Trauben dadurch zu faulen beginnen und nicht mehr verarbeitet werden können.

Die bisher geernteten Trauben versprechen aber einen sehr, sehr guten Jahrgang: Qualtitativ absolut hervorragend in überdurchschnittlich hoher Menge. Denn bisher gab es keine Fäulnis und es konnten fast alle Trauben gelesen werden. Nur ein paar einzelne "Rosinen" mussten herausgepickt werden: Trauben welche die Hitze nicht so gut vertragen hatten. Ansonsten haben wir dem heißen Sommer besonders süße, reife Trauben zu verdanken, die 2017 zu einem bezaubernden Jahrgang werden lassen. 

Wir freuen uns also jetzt schon auf die neuen Weine. Zuvor wartet aber jede Menge Kellerarbeit. Und weil Moritz gerade sein 3. Studiums-Semester des IMC Krems in Schweden absolviert, bedeutet das sehr viel Arbeit für Harald. Zum Glück packt Carmens Freund Martin aber ordentlich an und unterstützt Harald bei der Arbeit im Weingarten.

Wollen Sie unsere Trauben frisch von den Reben gepflückt vernaschen? Den ersten Sturm verkosten? Oder den Herbst in vollen Zügen in unserem Arkadenhof genießen? Dann freuen wir uns auf einen Besuch von Ihnen! Jederzeit gegen Voranmeldung und jeden Samstag ab 14:00 Uhr.   

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Maria Hausdorf

Bio Winzerin

... hat mit Harald den Bioweinbetrieb aufgebaut. Ihre Leidenschaft ist das Kreative und die Natur.

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